Erinnerung an die Geschwister Scholl

Die "Weiße Rose"
Die "Weiße Rose"

„Es lebe die Freiheit“ . Das waren die letzten Worte des 25-jährigen Medizinstudenten Hans Scholl. Sekunden später wurde er im Gefängnis München-Stadelheim mit dem Fallbeil getötet. Seine 22-jährige Schwester Sophie und der 24 Jahre alte Christoph Probst starben mit ihren Weggefährten am 22. Februar auf dem Schafott.
An der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität hatten Hans und Sophie Scholl vier Tage vor ihrem Tod während der Vorlesungen das sechste – und letzte – Flugblatt der Gruppe gegen das Nazi-Regime in den menschenleeren Gängen ausgelegt. Als der Hausmeister sah, wie sie die restlichen Exemplare in den Lichthof der Universität warfen, verschloss er die Eingänge und verständigte die Gestapo.
Kurz darauf wurden die Geschwister Scholl und Probst in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tag hingerichtet – „wegen landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat, Wehrkraftzersetzung“, wie es im Urteil hieß. Während des Verfahrens sagte die Biologie- und Philosophiestudentin Sophie Scholl ungebeugt: „Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagten sie nicht, es auszusprechen.“
Die Nationalsozialisten waren wegen der Studentenaktion beunruhigt, da sie nach der Niederlage in Stalingrad eine Vertrauenskrise in der Bevölkerung befürchteten. Zur Abschreckung wurde die Hinrichtung auf roten Plakaten in der ganzen Stadt bekannt gegeben. Im April 1943 wurden Kurt Huber (49), Alexander Schmorell (25) und Willi Graf (25) aus dem Freundeskreis der Geschwister ebenfalls zum Tode verurteilt und hingerichtet. Andere Mitglieder der „Weißen Rose“ landeten im Zuchthaus.
Seit dem Sommer 1942 hatte die Gruppe zum passiven Widerstand gegen das Unrechtsregime der Nazis aufgerufen. Die Flugblätter wurden zum Teil in Münchner Straßen und Hauseingängen verstreut, zum Teil wurden sie per Post an Intellektuelle vor allem in Süddeutschland verschickt.
Auszug aus einem Flugblatt: „Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern. Seine und seiner Helfer Schuld hat jedes Maß unendlich überschritten. Beweist durch die Tat, dass Ihr anders denkt!“
Der Historiker Golo Mann schrieb 1958 über die „Weiße Rose“: „Sie fochten gegen das Riesenfeuer mit bloßen Händen, mit ihrem Glauben, ihrem Vervielfältigungsapparat gegen die Allgewalt des Staates.“